Category Archives: Artikelen

Der „Schwarze Schwan“ 2020?

(Roberto de Mattei, Katholisches, 25 märz 2020)

Der schwarze Schwan (Cygnus atratus, im Deutschen als Schwarzschwan oder Trauerschwan bekannt) ist ein seltener Vogel, der ursprünglich aus Australien stammt und seinen Namen von der Farbe seines Gefieders hat. Nassim Nicholas Taleb, ein Finanzmathematiker und ehemaliger Derivatenhändler an der Wall Street, wählte diese Metapher, um in seinem Buch The Black Swan: The Impact of the Highly Improbable (Random House, New York 2007; deutsche Ausgabe „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse, Knaus, München 2015) die Existenz von unerwarteten katastrophalen Ereignissen zu erklären, die das kollektive Leben erschüttern können. leggi tutto

Der heilige Karl Borromäus und die Epidemie seiner Zeit

(Roberto de Mattei, Katholisches, 23 märz 2020)

Der heilige Karl Borromäus (1538–1584), der von 1565 bis 1583 Kardinal der Heiligen Römischen Kirche und Erzbischof von Mailand war, wurde im Heiligsprechungsdekret als ein Mann beschrieben, „der, während die Welt ihn mit den größten Schmeicheleien anlacht, der Welt gekreuzigt lebt, vom Geist lebt, indem er auf die irdischen Dinge mit Füßen tritt und ständig nach den himmlischen Dingen sucht und auf Erden das Leben der Engel in Gedanken und Taten nachahmt“ (Paul V., Bulle  Unigenitus vom 1. November 1610). leggi tutto

Timur Lenk ante portas?

(Roberto de Mattei, Katholisches, 18 märz 2020)

Die vielleicht schrecklichste Gestalt des schrecklichen 14. Jahrhunderts war Timur Lenk (1336–1405), auch bekannt als Tamerlan. Er war ein wilder und unerbittlicher Eroberer und wurde der „Schrecken der Welt“ genannt, weil er Asien von Syrien und der Türkei bis zu den Grenzen Chinas und von Moskau bis Delhi verwüstete. Er stammte aus einem türkisch-mongolischen Stamm in Usbekistan und erklärte sich selbst zum Erben und Nachfolger von Dschingis Khan (um 1160–1227). In Samarkand an der Seidenstraße, der Hauptstadt seines Reiches, ist er begraben, jener alten Handelsroute, die China mit dem Mittelmeer verband. leggi tutto

Ist Coronavirus eine Strafe Gottes? Politische, historische und theologische Überlegungen

(Roberto de Mattei, Katholisches, 17 märz 2020)

Das Thema meiner Ausführungen lautet: „Die neuen Szenarien in Europa mit und nach dem Coronavirus“. Ich werde nicht aus medizinischer oder naturwissenschaftlicher Sicht über dieses Thema sprechen: Dazu habe ich keine Kompetenz. Stattdessen werde ich mich mit dem Thema unter drei anderen Gesichtspunkten befassen: dem Standpunkt des Politik- und Sozialwissenschaftlers, dem Standpunkt des Historikers und dem Standpunkt des Geschichtsphilosophen. leggi tutto

Gregor der Große und das Coronavirus seiner Zeit

(Roberto de Mattei, Katholisches, 19 februar 2020)

Ein geheimnisvoller Schleier umgibt das Coronavirus, oder Covid-19, von dem wir weder den Ursprung noch die wirklichen Verbreitungsrate oder mögliche Folgen kennen. Was wir jedoch wissen, ist, daß Pandemien in der Geschichte immer als Geißeln Gottes gesehen wurden, und daß das einzige Mittel, das die Kirche ihnen entgegengesetzt hat, Gebet und Buße war. leggi tutto

Querida Amazonia – die Folgen einer Wende, die ausblieb

(Roberto de Mattei, Katholisches, 12 februar 2020)

Zu den „viri probati“ gab es eine Vollbremsung. Die Amazonasynode ist gescheitert. Nun gibt es einen offenen Konflikt mit den deutsch-amazonischen Bischöfen. In diesen drei Punkten kann die Dynamik zusammengefaßt werden, die durch das heute vorgestellte nachsynodale Schreiben von Papst Franziskus ausgelöst wird. leggi tutto

Die Simonie der deutschen Bischöfe

(Roberto de Mattei, Katholisches, 29 januar 2020)

„Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“, rief Papst Franziskus am 16. März 2013 bei seiner ersten Begegnung mit den Medienvertretern aus. Den Gegensatz zu seinem Ideal bildet jedoch genau die ihm am nächsten stehende Kirche, nämlich die deutsche. Die Deutsche Bischofskonferenz, die jüngst im Oktober die Amazonassynode ideologisch und finanziell gefördert hat, ist in der Tat das reichste und privilegierteste Unternehmen in ganz Deutschland. Dieser Reichtum kommt durch die Kirchensteuer, die der Staat an die Kirche abführt, und die sich aus den Einkünften der deutschen Katholiken ergibt, die 8–9 Prozent ihrer gesamten Steuerbelastung abführen müssen. Die Steuerabgabe ist anders als in anderen Ländern obligatorisch, in denen die Kirchen durch die Großzügigkeit der Gläubigen finanziert werden, die frei entscheiden, einen Teil ihres Einkommens abzuführen. leggi tutto